DiePogos

Akt I: Der Aufbruch – Hoffnung auf Freiheit
Es war Mittwochabend, der Feierabend noch warm im Nacken, die Tasche gepackt mit Sehnsucht nach Natur und Entspannung. Der Wohnwagen wartete brav auf seinem Stellplatz, die Checks verliefen routiniert: Reifen, Kupplung, Strom – alles sah gut aus. Also rauf auf die Bahn, das Ziel klar: Rosenfelder Strand, FKK-Campingplatz, Grube, Freunde und Ostern in der frischen Nordluft.

Doch wie das mit Hoffnung so ist – die Uhr tickte gegen uns. Kilometer fraßen sich in die Nacht, und unsere Freunde am Campingplatz wurden ungeduldig. Um Punkt 22 Uhr rollten wir endlich auf dem Gelände ein… doch die Schranke war unten, die Rezeption geschlossen. Tja. Improvisieren war angesagt: Gästeparkplatz draußen, Wohnwagen notdürftig abgestellt, Stützen runter, ein kurzer Plausch mit den Freunden, dann ab ins Bett. Erste Nacht im Camper: check.

Akt II: Manövrieren mit Folgen – Steinzeit auf dem Stellplatz
Gründonnerstag begann mit frischer Luft und müder Augen. Die Rezeption wurde angelaufen, die Anmeldung erledigt – jetzt konnte es endlich richtig losgehen. Doch das nächste Abenteuer wartete schon: Der Wohnwagen sollte auf den eigentlichen Stellplatz.

Ein kleiner Blick nach rechts, ein entschiedenes Lenken – und dann rums. Gedanken rasten. „War da nicht ein Stein auf der Kamera?“ Ja, war da. Und leider nicht nur auf der Kamera. Die Schürze vorne links? Hinüber. Auto beschädigt, Stimmung im Keller. Doch es half nichts: Der Wohnwagen musste bewegt werden. Also Augen zu und durch – ausgerichtet, Stützen runter, Platz eingerichtet. Fünf Tage Entspannung standen noch bevor.

Akt III: Wasser marsch – Nasse Füße und dicke Hälse
Nach einem Frühstück zur Beruhigung der Nerven zog es uns zum Strand – die Sonne lachte, zumindest kurz. Doch beim Umziehen ein neues Geräusch: Platsch. Der Boden vor der Toilette? Nass.

Alarmstufe rot. Alles freigeräumt, die Ursache gesucht. Und da war sie: Die Wassertherme hatte den Geist aufgegeben. Das Wasser lief unten raus, die Stimmung gleich mit. Fluchend wurde sie ausgebaut, die Freunde Karmen und Steffi informiert – Mitgefühl und Schock mischten sich mit Mitleid. Der Tag war gelaufen.

Und als wäre das nicht genug, sollte der Abend wenigstens mit einem Film am TV ausklingen. Denkste. Der Android-TV hing sich während eines Updates auf, das Internet versagte, das Bild blieb schwarz. Die Optionen? Heimfahren oder bleiben.

Akt IV: Reparieren statt resignieren – Hoffnung in Schraubenform
Dank der Überredungskünste unserer Freunde blieben wir. Am nächsten Morgen ging es zum Campingbedarf – die neue Therme war schnell gefunden. Der Einbau wurde fast zum Ritual: Fliegende Schrauben, vorsichtige Handgriffe, technische Improvisation. Die neue Therme fand ihren Platz, alles wurde verschraubt, getestet – funktioniert.

Der Samstag war geprägt von Sonne und Regen im ständigen Wechsel. Ein ruhiger Ausklang lag endlich in der Luft – bis erneut das altbekannte Gefühl einsetzte: Nasse Füße. Dieses Mal war’s das Rückschlagventil bei der Frischwasserbefüllung. Wieder alles rausreißen, wischen, fluchen, Ersatzteil holen. Der Campingbedarf war inzwischen unser zweites Zuhause. Aber mittags dann: Alles dicht, alles sauber – und ein kleiner Strandbesuch mit Freunden, gefolgt vom Osterfeuer. Das erste echte Durchatmen.

Akt V: Abschied mit Reparatur – und doch ein Lächeln
Sonntagmorgen war ruhig. Die Nacht friedlich. Doch der Sonntag begrüßte uns mit grauem Himmel und Regen. Die Lust? Im Keller. Der Abbau verlief zügig, kein sentimentales Herumtrödeln. Der Wohnwagen wurde angehängt, das letzte „Tschüss“ gesagt – ab nach Hause.

Zuhause angekommen der finale Blick aufs Auto: Die beschädigte Schürze war zum Glück formbar. Mit etwas Wärme und Geduld konnte der Schaden fast vollständig behoben werden. Und so ging die Reise doch noch versöhnlich zu Ende.
"Es hätte schlimmer kommen können."
Und wer kann das besser sagen als jemand, der sich von Stein bis Therme einmal durch die ganze Campingkatastrophenskala gearbeitet hat?

✍️ Camping-Tagebuch:
„Trotz allem – zurück am Rosenfelder Strand“
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